Gard
Das Departement Gard gehört politisch zur Region Languedoc-Roussillon wird, er wird aber, -im Westen begrenzt durch Alès-, klimageografisch zur Provence gezählt. Das Departement Gard (30) hat eine Fläche von
5.853 km˛. Die Hauptstadt ist Nîmes mit ca. 140'000 Einwohnern und wurde von den Römern gegründet wovon auch heute noch gut erhaltene Baudenkmäler Zeugnis ablegen. Speziell zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang nebst dem Amphytheater und dem Tempel im Stadtzentrum der mächtige Aequadukt Pont-du-Gard (siehe weiter unten!), der u.A. zur Frischwasserversorgung der Stadt Nimes diente.
Die "Capitelles" (Steinhäuser): Das Prinzip dieser Steinbauten
ist sehr alt und es ist unmöglich, ihren Ursprung genau zu datieren. Die ältesten heute noch erhaltenen Exemplare stammen aus dem 17. Jh. und zeugen von der geduldigen und sorgfältigen Arbeit der kirchenmausarmen Bauern, die kaum etwas besassen. Für die ursprünglichen Bewohner der Garriques (Heidelandschaft) bedeuteten die Capitelles weit mehr als einfache Unterkünfte: Sie waren ihr einziger Besitz und der Beweis, dass sie ein eigenes Gut ihr Eigentum nennen konnten.
Pont-du-Gard: Diese als UNESCO Welterbe eingestufte Anlage wurde von den Römern Mitte des 1. Jhdt. n.C. erbaut und hatte nebst dem Wassertransport auf der obersten Etage auch anderen Zwecken zu dienen. Er gilt als das weltweit am Besten erhaltene Brückenbauwerk aus römischer Zeit. Der Aequaduct, der täglich 22'000 m3 Wasser nach Nimes leitete, wurde auch als Strassenbrücke über den wilden Gardon, der im übrigen dem Departement den Namen gegeben hat, benützt.
Wer das Bauwerk besichtigt, ist ehrfürchtig erstaunt über die Ingenieurs- und Architekturkunst der römischen Vorfahren und die Widerstandskraft des Bauwerks gegen die regelmässig auftretenden gewaltigen Wassermassen des Gardon. Das letzte Mal passierten aussergewöhnliche Hochwasser im September 2002 ohne am Pont-du-Gard Schaden anzurichten, obwohl andernorts vom selben Fluss Brücken, Strassen und Wälder
zerstört und mitgerissen wurden. Bei der etwas weiter oben am Flusslauf liegenden Brücke bei Pont-St. Nicolas kann man an einem an der Felswand angebrachten Schild den Rekord-Hochwasserpegelstand im September 2002 ablesen. Da bleibt Jedermann die Spucke weg . . .
Petite Camargue: Der südlichste Teil des Gard ist Teil der bekannten ehemaligen Sumpflandschaft bzw. des Rhonemündungsdeltas Camargue. Dort finden Sie u.A. an der Mittelmeerküste den mondänen
Touristen- und Badeort Grau-du-Roi mit einem grossen Jachthafen. Ganz in der Nähe etwas weiter östlich bei Aigues-Mortes können Sie eine der grössten Salinen Frankreichs zur Speise- und Industrie-Salzgewinnung besuchen und besichtigen. In den überall präsenten Salzwasserseen können Sie nebst den omnipräsenten Flamingos viele andere Wasservögel von der Strasse aus beobachten.
Cirque-de-Navacelles: Diese eigenartig einkesselte kleine Ansammlung von ein paar Häusern können Sie etwas weiter nordöstlich von Le Vigan, am besten von der Strasse D713 auf der Hochebene (Causse) aus, bestaunen. Wasser hat während hunderttausenden Jahren diesen bemerkenswerten, auf drei Seiten abgeschlossenen und rund 300 Meter tiefen Talkessel in die Karstlandschaft erodiert.
